1. Kreuzeswort
Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum.

(Die Bibel: Evangelium nach Lukas, Kapitel 23, Verse 33 und 34)

Als Jesus gekreuzigt war, schwieg er gegenüber seinen Kreuzigern und er scholt nicht die, die ihn verspotteten. Er rief kein Wort zu ihnen hinab, sondern er rief hinauf  zu Gott, zu dem, der Macht hat, Legionen von Engeln zu senden und der Grausamkeit des Kreuzes und de Gotteslästerung und -verachtung ein Ende zu machen.

Jesus rief hinauf zu Gott: Vergiss deine Majestät und Heiligkeit,
vergiss deine Macht und Ehre und vergib!
Jesus wandte sich nicht an den Richter, sondern an den Vater.
Jesus rief keinen Unschuldspsalm und keinen Rachepsalm,
Jesus rief die Barmherzigkeit an anstelle der Heiligkeit.
Jesus bat nicht um Befreiung vom Kreuz,
nicht um Rechtfertigung vor den Menschen,
nicht um das Verkürzen seines Leidens.

Jesus wollte nur das eine: Die fürchterliche Sünde seiner Feinde sollte nicht mehr Sünde sein. Jesus betete nicht still, sondern laut und vernehmlich, er ließ seine Mörder wissen, dass er für sie gebetet hat. Er dachte daran, dass Vergebung nichts hilft, wenn man nicht um die Vergebung weiß. Und er wollte, dass seine Mörder nicht untröstlich sein sollten, wenn sie nach Ostern inne würden und erkennen würden, wen sie getötet hatten.

Auch wenn wir Christen heute wissen, dass der Sohn Gottes damals gekreuzigt wurde, kreuzigen wir ihn heute dennoch mit unseren Sünden. Nur mit dieser Wunde im Herzen werden wir die Passion des Herrn erfassen. Denn nur der Verwundete wird durch das Kreuz geheilt.