Grußwort 2017


Was betrübst du dich, meine Seele, und bist in mir so unruhig?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“
Psalm 43,5


Spüren Bischof VoigtSie manchmal auch Ihre „unruhige Seele“? Was müsste ich noch alles tun? Wie schaffe ich das bloß? Was hätte ich tun sollen? Was soll ich bloß machen? Je weniger die Seele zur Ruhe kommt, desto betrübter wird sie. Man könnte auch sagen: Je mehr wir uns unseren antreibenden, anklagenden, verzweifelten Gedanken aussetzen, desto trauriger werden wir.

Deshalb wäre es genau die falsche Kur für unsere Seelen, würden wir in der Fasten- und Passionszeit den Druck noch steigern. „7 Wochen mit“ bedeutet nicht: Nun streng dich aber mal an, damit du noch mehr schaffst an geistlichem Pflichtprogramm. Es geht um das Gegenteil. Um ein Stopp-Zeichen in unserem Alltag. Stopp, halt an, komm zur Ruhe und fang an, mit Gott zu rechnen. Das alte Wort „harren“ meint „geduldig warten“. Hilfe von Gott erwarten. In vergangenen Zeiten wusste man sogar etwas davon, dass man Dinge oder Ereignisse „erharren“ muss, das ist eine sehr aktive Form des Wartens.

Die Seele weniger unruhig und damit weniger betrübt zu machen, das könnte der Mehrwert der diesjährigen Aktion „7 Wochen mit“ sein. Im gemeinsamen Feiern einer Andacht und im persönlichen Gebet können wir zu dieser Ruhe vor Gott finden. Dazu will das bereitgestellte Material dienen. Möge der Gebrauch gesegnet sein.

Ihr Bischof Hans-Jörg Voigt