Grußwort 2016

„Seht, das ist euer König!“
Johannesevangelium Kapitel 19,14


Bischof VoigtDer Staathalter Pilatus war schon ein ziemlicher Zyniker. Als er der schreienden Menge in Jerusalem den gequälten Gottessohn präsentiert, angetan mit der Dornenkrone und der Imitation eines Herrschermantels sprach er diese Worte: der da – euer König. Die Frage ist, wen er damit gerade eigentlich beleidigt, Jesus oder das jüdische Volk. Oder hat er auf einen winzigen Rest Mitleid bei den Leuten gehofft, der ihm das Todesurteil erspart hätte?

Dabei sagt Pilatus ja sogar die Wahrheit. Im Johannesevangelium sprechen an mehreren Stellen Menschen die Wahrheit über Jesus aus, ohne ihn zu erkennen. Es ist so: Jesus ist ein König. Er ist der Sohn Davids, der rechtmäßige König über Israel. Er ist der Sohn Gottes, der Allherrscher, der König der Könige. Und dieser König trägt eine Dornenkrone.

Jede Fasten-und Passionszeit lädt uns ein, sich dem Bild dieses leidenden Königs auszusetzen. Jesus hat den Weg tiefster Erniedrigung gewählt. Das Zeichen dafür ist die Dornenkrone.

Ich wünsche Ihnen in den sieben Wochen der Vorbereitung auf Ostern die Begegnung mit diesem König. Leicht auszuhalten ist sie nicht. Doch wir gehen mit Christus einen Weg vom Dunkel ins Licht, von der Erniedrigung zur Erhöhung, vom Leid zur Freude. Der Anblick der Dornenkrone ist nicht das Letzte, sondern das Bild des Auferstandenen.

Gottes Segen für diese Zeit mit geistlichem Mehrwert („7 Wochen mit“)
wünscht Ihnen

Bischof Hans-Jörg Voigt