Joel 2,13


Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehrt euch zu dem HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte.

(Joel 2,13)


„Umkehr ist der schnellste Weg voran.“ Dieser Ausspruch stammt von dem berühmten englischen Schriftsteller C.S. Lewis. Für Lewis ist klar, dass wir, geistlich betrachtet, als Menschen von Anfang an in die falsche Richtung unterwegs sind: Von Gott weg. Wir sind Sünder. So ruft es auch der Prophet Joel dem Volk Israel hinterher, weil sie sich von Gott entfernen. Gott ist das Ziel unserer Lebensreise. Seine Gnade und Barmherzigkeit! Wie kann Umkehr gelingen?

Bei einer Umkehr ist einiges zu beachten. Zum einen ist Umkehr nicht einfach die Wiederherstellung einer glorifizierten Vergangenheit. Manch einer mag denken: In der guten alten Zeit war alles besser! Eine solche Einstellung kann in christlichen Gemeinden dazu führen, dass man zur Pflege alter Traditionen etwa in Kleidung oder Liedgut zurückkehrt – nicht aber zu Gott. Umkehr wird in diesem Sinne zu einem Gesetz, wo es letztlich nur um Äußerlichkeiten geht. Zum anderen ist Umkehr nicht die Tat eines Menschen, der aus sich selbst heraus spricht: Nun kehre ich um! Ein solches Vorhaben führt nicht zu Gott, sondern dazu, dass ein Mensch anfängt, im Kreis zu laufen und immer wieder bei demselben Ausgangspunkt ankommt – bei sich selbst.

Der Mensch kommt aus eigener Kraft nicht zu einer Umkehr zu Gott. Er kann als äußeres Zeichen der Umkehr allerhöchstens seine Kleider zerreißen, aber nicht sein Herz. Herzen kann nur Gott zu sich umkehren. Gott macht dies, indem er uns in der Taufe ein neues Herz schenkt und täglich zur Umkehr in die Nachfolge seines Sohnes Jesus Christus ruft – so auch in der Fastenzeit.

Jesu geh voran, auf der Lebensbahn! Und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich, nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. Amen.


Pfarrer Jochen Roth | Fest-Burg-Kalender

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